"Der entscheidende Anschub"
Kleve, 20.4.2008
Portalprojekt ist mit euregionaler Netzwerkveranstaltung zu Ende gegangen
Abschluss und Ausblick: Das Portalprojekt, das unter dem Motto „Der erste Schritt ins Nachbarland“ deutsche und niederländische Unternehmen zusammengeführt hat, ist jetzt mit einer euregionalen Netzwerkveranstaltung im Wunderland Kalkar zu Ende gegangen – mit positiver Bilanz und optimistischem Ausblick. „Wir sind mit dem Verlauf des Portalprojekts zufrieden und erwägen, ein ähnliches Folgeprojekt auf die gesamte deutsch-niederländische Grenzregion zwischen Groningen und Aachen auszuweiten“, sagte Gert-Jan Oplaat, Vorsitzender der Kamer van Koophandel Centraal Gelderland. Alle Kammern im Grenzgebiet und andere potenzielle Projektpartner würden Gespräche aufnehmen, um gemeinsam ein mögliches Folgeprojekt zu entwickeln. Im Rahmen des Portalprojekts wurden mehr als 1.000 Interessenten für 27 Veranstaltungen registriert, 25 Unternehmen individuell gefördert und zahllose grenzüberschreitende Kontakte geknüpft.
Das Portalprojekt wurde von der Kamer van Koophandel Centraal Gelderland, der Niederrheinischen IHK und der Handwerkskammer Düsseldorf initiiert, um kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Euregio Rhein-Waal den ersten Schritt ins jeweilige Nachbarland zu erleichtern. Warum ist ein solches Projekt sinnvoll? Wie geht es weiter? Zu diesen Fragen wurde auf der Abschlussveranstaltung eine Gesprächsrunde mit Vertretern der beteiligten Kammern und des Niederländischen Generalkonsulats durchgeführt. Insgesamt, so waren sich die Gesprächsteilnehmer einig, wächst das Interesse an grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Aktivitäten. Adelheid Schneider-Röpke, Außenwirtschaftsberaterin der Handwerkskammer Düsseldorf, konstatierte beispielsweise, dass deutsche Betriebe in Grenznähe immer häufiger ihren Aktionsradius auf die Niederlande ausweiten. Eric Samson vom Generalkonsulat bestätigte dies: „Wir sind heute wesentlich intensiver mit deutschen Partnern im Gespräch als noch vor einigen Jahren.“ Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, Informations- und Netzwerkveranstaltungen wie im Rahmen des Portalprojekts zu organisieren.
So haben die Projektpartner 27 kostenlos zugängliche Veranstaltungen organisiert. Dabei ging es um Themen wie kulturelle Unterschiede, Bankgeschäfte im Nachbarland oder die Gründung einer Niederlassung. Zudem wurden branchenspezifische Veranstaltungen für Bereiche wie Metall und Elektro, Food und Design durchgeführt. Darüber hinaus standen Fördermittel für konkrete Maßnahmen zum Markteintritt ins Nachbarland zur Verfügung. Dafür haben sich 31 Unternehmen angemeldet, von denen 25 letztendlich die Subventionen in Anspruch genommen haben. Pro Unternehmen standen bis zu 5.000 Euro für vorbereitende Maßnahmen wie Marktforschung, Erstellung eines Businessplans oder Übersetzungen entsprechender Werbemittel zur Verfügung. Die gesammelten Erfahrungen dieses Projektes und weiterer grenzüberschreitender Initiativen in der Euregio werden analysiert und bilden die Grundlage für die Formen eines gemeinschaftlichen Folgeprojektes.
Eine Initiative, die auf fruchtbaren Boden fällt. Bei den beteiligten Unternehmern jedenfalls fiel das Fazit durchweg positiv aus. „Die Unterstützung, die das Portalprojekt bot, war genau der Anschub, den Fiktech benötigte“, bilanzierte André Fikkers bei einer früheren Portal-Veranstaltung. Der niederländische Spezialist für Entstaubungstechnik und Verfahrensoptimierung hat im Rahmen des Projektes einen Vertriebspartner in Deutschland gefunden und seine Website ins Deutsche übersetzen lassen. Gaby Schoofs-Winkelhofer von Schoofs Fensterbau aus Goch hat zahlreiche Veranstaltungen des Projektes besucht – und dabei viel Neues erfahren. Obwohl ihr Unternehmen bereits seit Jahren erfolgreich mit Niederländern zusammenarbeitet.
Bei allen Veranstaltungen stand das Knüpfen von Kontakten zu Kollegen, potenziellen Kunden oder Lieferanten und Behörden im Vordergrund. So auch bei der euregionalen Netzwerkveranstaltung im Wunderland Kalkar: Hier kamen Unternehmer, Politiker sowie Vertreter von Verbänden und Organisationen aus beiden Ländern zusammen. „Das Potenzial für weitere grenzüberschreitende Wirtschaftsaktivitäten ist groß“, sind sich die Partner des Portalprojekts einig.
Damit nach dem Portalprojekt weitere Schritte in diese Richtung folgen, wurden erste Gespräche über mögliche weitergehende Initiativen aufgenommen. „Noch ist nichts spruchreif, aber wir arbeiten hart an einer Neuauflage“, kündigte Gert-Jan Oplaat an. Es sei angedacht, mit weiteren Partnern den geographischen Rahmen entlang der gesamten deutsch-niederländischen Grenze zu erweitern. „Eine Horizonterweiterung für Sie als Teilnehmer und für uns als Initiatoren“, schloss Oplaat.
Anschließend berichtete die Unternehmensberaterin Carla Seifert über deutsch-niederländische Kulturunterschiede: beispielsweise von Deutschen, denen „Nur das Beste gut genug ist“, während pragmatische Niederländer auch mal mit „gut“ zufrieden seien. „Es geht nicht darum, zu beurteilen, was besser ist, sondern man muss wissen, dass es so ist und sich darauf einstellen“, empfahl Carla Seifert. Schließlich gebe es auch viele Gemeinsamkeiten. So sei beispielsweise Pünktlichkeit in beiden Ländern wichtig.
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